Was mich an wechselnden Softwareprojekten fasziniert

Ein Mensch steht im Büro vor einer Pinnwand mit vielen Zetteln

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Die Frage kam eher beiläu­fig:

„Warum arbeitest du eigentlich in der Soft­wa­reen­twick­lung als Dien­stleis­ter? Du kön­ntest doch genau­so gut in einem Unternehmen an einem klaren Pro­dukt arbeit­en.“

Diese Frage wurde mir vor Kurzem gestellt. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klar­er wurde mir, dass die Antwort gar nicht so sehr mit Soft­ware zu tun hat. Eigentlich ging es um die Frage, warum mich die Arbeit in wech­sel­nden Pro­jek­ten mehr anspricht als die langfristige Arbeit an einem einzel­nen Pro­dukt.

Denn natür­lich hat die Arbeit an einem Pro­dukt viele span­nende Seit­en. Man baut über Jahre hin­weg Wis­sen auf, entwick­elt eine langfristige Vision und kann Sys­teme bis ins Detail ver­ste­hen und verbessern. Ich kann sehr gut nachvol­lziehen, warum viele Entwick­ler genau darin ihre Erfül­lung find­en.

Den­noch zieht es mich immer wieder in neue Pro­jek­te und neue Kon­texte.

Und ich glaube, der Grund dafür liegt in mein­er Fasz­i­na­tion für Vielfalt.

Mich begeis­tern unter­schiedliche Tech­nolo­gien. Ich liebe es, mich in kurz­er Zeit in neue Sys­teme einzuar­beit­en, Zusam­men­hänge zu ver­ste­hen und tech­nis­che Land­schaften wirk­lich zu durch­drin­gen. Nicht nur ober­fläch­lich ein Frame­work oder Tool zu benutzen, son­dern zu ver­ste­hen, warum Dinge so gebaut wur­den, welche Entschei­dun­gen dahin­ter­ste­hen und wo die eigentlichen Her­aus­forderun­gen liegen.

Aber je länger ich darüber nach­denke, desto klar­er wird mir: Es geht für mich nicht nur um Tech­nolo­gie. Min­destens genau­so span­nend sind für mich die Men­schen dahin­ter.

Ich lerne gerne neue Men­schen ken­nen. Neue Teams. Neue Unternehmen­skul­turen. Unter­schiedliche Arten zu kom­mu­nizieren, Entschei­dun­gen zu tre­f­fen und Prob­leme zu lösen. Jedes Unternehmen funk­tion­iert anders. Jede Organ­i­sa­tion hat ihre eigene Dynamik, ihre eigene Geschichte und ihre eige­nen Her­aus­forderun­gen.

Und genau das macht Pro­jek­te für mich span­nend.

Denn kein Pro­jekt startet bei null. Es gibt immer etwas Vorhan­denes:

  • beste­hende Sys­teme
  • etablierte Prozesse
  • tech­nis­che Alt­las­ten
  • funk­tion­ierende Lösun­gen
  • blinde Fleck­en
  • starke Men­schen
  • schwierige Rah­menbe­din­gun­gen

Die eigentliche Frage ist deshalb für mich sel­ten:

„Welche Tech­nolo­gie ver­wen­den wir?“

Son­dern vielmehr:

„Was braucht dieses Pro­jekt ger­ade von mir, damit es erfol­gre­ich wer­den kann?“

Und die Antwort darauf ist jedes Mal unter­schiedlich.

  • Manch­mal braucht es tech­nis­che Tiefe und Architek­turver­ständ­nis.
  • Manch­mal Struk­tur und Klarheit.
  • Manch­mal Prag­ma­tismus.
  • Manch­mal Kom­mu­nika­tion zwis­chen Fach­bere­ich und Entwick­lung.
  • Und manch­mal ein­fach jeman­den, der sich schnell in kom­plexe Zusam­men­hänge einar­beit­et und Ver­ant­wor­tung übern­immt.

Genau diese Dynamik reizt mich.

Ich mag das Gefühl, mich immer wieder auf neue Sit­u­a­tio­nen ein­stellen zu müssen. Neue Kon­texte zu ver­ste­hen. Her­auszufind­en, was bere­its gut funk­tion­iert — und wo ich sin­nvoll etwas ergänzen kann.

Vielle­icht liegt darin auch der Unter­schied zwis­chen der Arbeit an einem langfristi­gen Pro­dukt und der Arbeit in wech­sel­nden Pro­jek­ten.

Die einen find­en Moti­va­tion darin, ein Pro­dukt über viele Jahre hin­weg immer weit­er zu per­fek­tion­ieren.

Mich motiviert eher die Vielfalt:
Neue Tech­nolo­gien, neue Men­schen, neue Her­aus­forderun­gen und die Frage, welchen Beitrag ich leis­ten kann, damit aus vie­len Einzel­teilen am Ende ein erfol­gre­ich­es Pro­jekt entste­ht.

Und wahrschein­lich ist genau das der Grund, warum mich Pro­jek­tar­beit in immer neuen Kon­tex­ten bis heute so reizt.